Nationaler Waldgipfel 2021

02. Juni 2021

Nationaler Waldgipfel 2019 auf Einladung von Bundesministerin Julia Klöckner 

Massive Schäden - Wälder benötigen schnelle Hilfe

Bundesministerin Julia Klöckner hatte am 25. September den Nationalen Waldgipfel in Berlin eröffnet. Angekündigt hatten sich über 230 Teilnehmer aus Verbänden, Wirtschaft und Politik.

Klöckner stellte auf dem Gipfel ein Diskussionspapier vor. Dabei ging es u.a. darum, wie akute Schäden bewältigt, zerstörte Flächen wiederbewaldet und die Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel gestärkt werden sollen.

Auf der Agenda standen zudem drei Fachpanels zu den Themen:

  • Aktuellen Wald stärken, Baumarten für den Wald der Zukunft finden.
  • Umsetzung der Fördermaßnahmen - Wie kommt das Geld auf die Fläche?
  • Wir brauchen Holz! Perspektiven und Leitplanken für die Holzverwendung.

Stürme, die extreme Dürre, überdurchschnittlich viele Waldbrände und Borkenkäferbefall – das hat 2018 gravierende Schäden in den Wäldern verursacht und setzt auch 2019 dem Wald immens zu.

Angesichts der sehr ernsten Lage hatte sich Bundeswaldministerin Julia Klöckner für ein groß angelegtes, nachhaltiges Wiederaufforstungs- und Anpassungsprogramm mit standortangepassten Bäumen für robuste Mischwälder ausgesprochen. Für dieses Programm und die anschließende Pflege sind Schätzungen zufolge mindestens 500 Millionen Euro nötig.

Mit Blick auf den wichtigen Beitrag des Waldes zum Klimaschutz warnte die Ministerin: "Die Bäume, die fehlen, können nicht zur Senkung des CO2 Ausstoßes beitragen." Wer aufforste habe kommende Generationen im Blick. Die Hilfen seien eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Das Bundeskabinett hatte am 25. September die vom Klimakabinett am 20. September vereinbarten Eckpunkte zum Klimaschutzprogramm 2030 beschlossen. Die Vereinbarung des Klimakabinetts ist die Grundlage für die zusätzlichen Mittel für den Wald im Klimawandel. Diese sollen 547 Millionen Euro in den kommenden vier Jahren betragen nach dem Stand der Beratungen.

Für den 25. September hatte Klöckner vor diesem Hintergrund zu einem Nationalen Waldgipfel nach Berlin geladen. Mit dabei waren über 230 Teilnehmer aus Verbänden, Wirtschaft und Politik.

Hier stellte sie Eckpunkte und Maßnahmen zu "Deutschlands Wald im Klimawandel" vor. Diese dienen der Orientierung und wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Gipfels diskutiert. Die erforderlichen Maßnahmen sollen gemeinsam mit den Ländern, die über die Ko-Finanzierung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) einen erheblichen Anteil der Finanzierung tragen, ausgearbeitet werden. Dabei werden die Ergebnisse des Nationalen Waldgipfels mit einbezogen.

In Vorbereitung dieses Gipfels hatte Klöckner bereits Ende August Vertreter der Waldbesitzer, der Forstwirtschaft, des Naturschutzes, der Waldjugend, der Holzverarbeitung, des Städte- und Gemeindebundes sowie der Jagdverbände in Berlin zusammengebracht, um sich über die Waldschäden und den Einsatz der Hilfsmaßnahmen auszutauschen. Die Anregungen der Verbände waren bereits in den Nationalen Waldgipfel und die dort präsentierten Eckpunkte und Maßnahmen eingeflossen.

Wälder: unverzichtbar für den Klimaschutz

Wälder sind unverzichtbar für den Klimaschutz, für Einkommen und Arbeit in den ländlichen Räumen, als Lieferant des nachhaltig verfügbaren und klimafreundlichen Roh-, Bau-, Werkstoffs und Energieträgers Holz, für die Erholung der Bevölkerung und für die Biodiversität. Diese Funktionen können die Wälder aber nur erfüllen, wenn ihnen in Not geholfen wird.

Die Bundesministerin steht mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Bundesländern in einem engen Austausch darüber, wie die Hilfe für betroffene Waldeigentümer verstärkt werden kann.

Zudem wurde eine Expertenrunde "Risiko- und Krisenmanagement Forst & Holz" einberufen, in der regelmäßig Vertreter der Länder, des Waldeigentums, aus Forst- und Holzwirtschaft und der Wissenschaft über die aktuelle Lage und Handlungserfordernisse beraten und geeignete Maßnahmen vorschlagen.

Bereits in 2018 waren auf die Initiative von Klöckner hin neue Fördermaßnahmen in der "Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz "(GAK) auf den Weg gebracht, um Schäden zu bewältigen. Hilfen gibt es:

  • zur bestands- und bodenschonenden Räumung von Schadflächen und zur Lagerung von Schadholz,
  • zur Überwachung, Vorbeugung und Bekämpfung von Schadorganismen,
  • zur Prävention und Bekämpfung von Waldbränden und
  • für Maßnahmen zur Wiederaufforstung.

Der Bundestag stellte dafür zweckgebunden in einem Zeitraum von fünf Jahren zusätzlich 25 Millionen Euro bereit. Dieses Geld verstärkt die bereits bestehenden GAK-Mittel des Bundes für den Wald, die etwa 30 Millionen Euro pro Jahr betragen.

Im Regierungsentwurf zum Haushalt 2020 und der Finanzplanung bis 2023 wurde vorgesehen, die zweckgebundenen Mittel zur Bewältigung von Extremwetterfolgen im Wald in der GAK von derzeit 5 auf 10 Millionen Euro im Jahr zu verdoppeln.

Bundesministerin Klöckner hatte zudem zusätzliche steuerliche Erleichterungen beim Bundesfinanzministerium für betroffene Waldeigentümer und eine neue Waldfördersparte bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank erreicht.

Dank einer Regelung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur durch das Aussetzen des sogenannten Kabotageverbotes wird der Abtransport von Holz erleichtert. In der Folge dürfen nun ausländische Spediteure für einen befristeten Zeitraum zusätzliche Transportleistungen in Deutschland erbringen.

Anpassung der Wälder an den Klimawandel - eine langfristige Aufgabe

Kurzfristige Hilfen sind wichtig - gleichzeitig gilt es langfristig zu denken und das Ökosystem Wald verstärkt an die Herausforderungen, die mit dem Klimawandel einhergehen, anzupassen. Dies geht nicht von heute auf morgen.

Aspekte dabei sind:

  • trockenheitstolerantere Baumarten zu pflanzen,
  • Wasserspeicherfähigkeit der Waldböden verbessern
  • Baumarten mit unterschiedlichen Ansprüchen und Eigenschaften (etwa Bäume mit tieferen und flacheren Wurzelsystemen) zu mischen,
  • Waldzustand, Schadensrisiko und Schädlingssituation zielgerichtet zu analysieren (Waldschutzmonitoring),
  • die Waldhygiene deutlich zu intensivieren (zum Beispiel rasche Beseitigung von Brutmaterial für Schaderreger).

Stichwort: Waldklimafonds

Die Bundesregierung finanziert bereits seit 2013 mit dem Waldklimafonds ein wichtiges Bundesprogramm zugunsten des Waldes mit jährlich rund 20 Mio. Euro, ab 2019 sind es rund 25 Millionen Euro. Über den Waldklimafonds wurden seit 2013 zahlreiche Projekte gefördert, die dazu beitragen, die Wälder an den Klimawandel anzupassen. Hiervon wird aktuell bei der Bewältigung der Waldschäden profitiert.

Nationaler Waldgipfel: Diskussionspapier und Hintergrundinformationen

Rede Bundesministerin Klöckner auf dem Nationalen Waldgipfel

Weitere Informationen

 

Quelle: BMEL
Nationaler Waldgipfel am 25.9.2019 in Berlin: Bundesministerin Julia Klöckner bei ihrer Eröffnungsrede
© BPA_Steffen Kugler

Bundesministerin Julia Klöckner

Ergebnisse Nationaler Waldgipfel 2021

Video: Nationaler Waldgipfel 2021 in Sachsen-Anhalt

Video: Forstamtsleiter Philipp Nahrstedt zur klimagerechten Wiederaufforstung